Josef Hörl - Feuerwehrkommandant ab 1904

Von der Gründung bis zur Gegenwart
Die Entwicklung der Feuerwehr Maria Alm

 

Die Anfänge des Feuerwehrwesens

Das organisierte Feuerwehrwesen in Maria Alm entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bereits zuvor gab es Überlegungen zum Brandschutz: In einem Protokoll des Gemeindeausschusses vom 4. Juli 1880 wurde die Frage einer Feuerwehr für Maria Alm behandelt. Der Vorstand schlug vor, jenen die Vorspann (ein Pferd) für die Feuerspritze leisteten, eine Entschädigung von 5 Gulden zu bezahlen und die Feuerspritze in der Gemeindehütte neben dem Schulhause unterzubringen. Die Unterlagen zeigen, dass man sich bereits damals mit der Notwendigkeit eines organisierten Brandschutzes auseinandersetzte. 

Die eigentliche Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Maria Alm erfolgte im Jahr 1904.
Am Ostermontag, den 4. April 1904 wurde die erste Generalversammlung der “Freiwilligen Feuerwehr Alm” abgehalten, bei der auch die Feuerwehrleitung gewählt wurde.  Als erster Feuerwehrkommandant ist Josef Hörl, Bürgermeister und Friedhofkrämer, dokumentiert, der das Amt von 1904 bis 1914 ausübte. Drei Tage später am 7. April 1904 wurde mit dem Salzburger Feuerlöschmaschinen-Lieferanten Josef Hlawna der Ankauf einer Spritze unter günstigen Bedingungen abgeschlossen.

Am 16. Juli 1904 nahmen die Feuerwehrkameraden als ganz junger Verein erstmals an einer Prozession teil. 1905 fanden erste Übungen unter anderem mit der Feuerwehr Saalfelden beim Klinglergut in Schinking statt, 1906 wurde die erste Florianifeier abgehalten und hier erhielt die Feuerwehr ihre erste Fahne. Ein wichtiger technischer Schritt folgte 1909 mit der Anschaffung einer Karrenspritze. Damit konnte die Brandbekämpfung wesentlich wirkungsvoller durchgeführt werden als mit den zuvor verfügbaren einfachen Löschmitteln.

Mai 1929 - 25-jähriges Gründungsfest
Mai 1930 - Mannschaftsfoto
Kirchliche Ausrückung
1931 - Wallner Georg mit dem Zugpferd nach einer Feuerwehrausrückung
1938 - Schauübung am Dorfplatz, Angriffsobjekt "Thomanhaus"

Aufbau und Entwicklung in den ersten Jahrzehnten

Für die Alarmierung der Feuerwehr bei Feuer und sonstigen Gefahren war in den ersten Jahren der Hornist Josef Bründlinger zuständig. Nach dessen Tod übernahm diese wichtige Aufgabe der Wagnermeister Georg Hörl. Im Jahr 1926 wurde die Ausrüstung und Uniformierung unter Brandmeister Josef Moßhammer verbessert, dieser veranlasste auch den Ankauf der ersten Motorspritze der Marke GUGG. Da die Gemeinde zu dieser Zeit kein Geld hatte, wurde die Motorspritze von Schmiedmeister Alexander Moßhammer vorfinanziert und in den Jahren danach aus der Kameradschaftskasse zurückgezahlt. Die Feuerwehr zählte damals bereits 70 Mann. 

Bis zum Jahr 1928 war die ehemalige Kirchenspritze im Einsatz, sowie weitere Handspritzen in der damals bestehenden Löschgruppe Unterberg. In diesem Jahr wurde auch der Löschzug Hinterthal gegründet und ebenfalls mit einer Motorspritze ausgestattet. Mit der technischen Entwicklung änderte sich auch die Ausrüstung. 1938 wurde eine erste Tragkraftspritze der Marke GUGG angeschafft. In den Jahren danach kamen weitere motorbetriebene Geräte hinzu. 1941 wurde beispielsweise eine zweite Motortragkraftspritze der Firma Rosenbauer angeschafft, und 1952 folgte eine weitere moderne Motorspritze.

Land Rover mit Vorbaupumpe

Neue Geräte und Fahrzeuge nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Feuerwehr Schritt für Schritt modernisiert. 1953/54 wurde ein Feuerwehrhaus beim Gebäude der Raiffeisenkasse eingerichtet. 1958 wurde die Kameradschaftskasse durch viele Veranstaltungen aufgebessert und aus dieser eine VW-Pumpe, eine Vorbaupume und neue Uniformen angeschafft. In den folgenden Jahren kamen weitere Tragkraftspritzen und Ausrüstungsgegenstände hinzu.

Ein wichtiger Meilenstein war das Jahr 1960: Mit einem Opel Blitz stand der Feuerwehr ein motorisiertes Fahrzeug für den Mannschafts- und Gerätetransport zur Verfügung. Damit begann eine neue Phase, in der Feuerwehrgeräte und Einsatzkräfte schneller an den Einsatzort gebracht werden konnten. 1967 wurde außerdem eine weitere Tragkraftspritze der Firma Rosenbauer angeschafft und die zweite Feuerwehrfahne eingeweiht.

1972 wurde Hermann Lohninger zum Ortsfeuerwehrkommandanten gewählt. In seiner Amtszeit wurde der Ankauf eines geländegängigen Fahrzeugs (ROVER mit Allrad und Vorbaupumpe) getätigt. Beim Bundeswettkampf in Lebring konnte die beste Platzierung des Landes Salzburg erzielt werden.

Auch die Kommunikation wurde modernisiert. 1974 erhielt die Feuerwehr eine Funkstation sowie zwei Handfunkgeräte.

Feuerwehrhaus Almerau Ende 1990er Jahre

Vom Bau der neuen Feuerwehrhäuser bis zum Jubiläum

Nachdem im Jahr 1977 das erste Tanklöschfahrzeug mit 3000 Liter Wasser, einer Leiter und schwerem Atemschutz angekauft wurde, folgte im Jahr 1983 die Einweihung und Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses in der Almerau unter Bürgermeister Helmut Stöckl. Die neue Feuerwehrzeugstätte verfügte über vier Fahrzeugstellplätze und einen eigenen Funkraum. Kurze Zeit später wurde im Jahr 1988/89 mit dem Bau der neuen Zeugstätte in Hinterthal begonnen. Die Einweihung folgte im Jahr 1991 gemeinsam mit der Weihe des Tanklöschfahrzeugs TLF-A 2000 für den Löschzug Hinterthal. Somit waren die Hauptwache und der Löschzug innerhalb kurzer Zeit in modernen Gebäude untergebracht.

1994 wurde der Opel Blitz gegen ein Rüstfahrzeug mit Spreizer und Bergeschere ausgetauscht. Kurz darauf konnte Ende der 90er Jahre ein Mannschaftstransportfahrzeug der Marke VW und ein Kleinlöschfahrzeug (Mercedes Sprinter) anstelle des Rovers angekauft werden.

Pünktlich zum großen Feuerwehrjubiläum im Jahr 2004 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug der Marke Mercedes mit 3000 Liter Wasser und 200 Liter Schaum angeschafft. Gemeinsam mit dem 10-jährigen Gründungsjubiläum der Feuerwehrjugend wurde ein großes Jubiläumsfest veranstaltet.

 

1977 - erstes Tanklöschfahrzeug für Maria Alm
1983 - Einweihung Feuerwehrhaus Almerau
1996 - Mannschaftsfoto
1995 - Einweihung Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung
Einweihung Mannschaftstransportfahrzeug

Brände und Katastrophen in Maria Alm und Hinterthal

In der Almer Chronik wird bereits im Jahr 1540 eine Hochwasserkatastrophe erwähnt, bei welcher der nördliche Teil unseres Friedhofs weggerissen und die Taferne Almerwirt verschüttet wurde. 1816 schwoll der Schwarzbach nach einem Wolkenbruch mächtig an und verschüttete den Weg nach Hinterthal.

1897 - Durch Brandlegung brannte das Haus auf dem Hundstein nieder.
1909 - In der Krämerei des Rupert Lechner brach ein Kaminbrand aus, der dank rascher Hilfe bald gelöscht werden konnte.
1915 - brannte das Thungütl in Hintermoos am Sonnberg.
1919 - Brand beim Eggerhof in Hinterthal. Ursache war vermutlich Brandstiftung.
1920 - Brand beim Faschingbauern in Hinterthal und Hochwassereinsatz in Maria Alm, nachdem der Grießbach übertrat und mehrere Brücken und Stege sowie einen Schweinestall mit 20 Schweinen mitgerissen hatte.
1925 - Brand am Hinterreithof.
1927 - brannte der Schranbachhof im Grießbachwinkl nieder.
1939 - Brand beim Stall von Oberbach in Hintermoos.
1942 - brannte das erste Hotel Blattl in Hintermoos nieder.
1959 - Der Kraller- und Grießbach traten im Dorf über die Ufer und verursachten schwere Schäden an Gebäuden. Außerdem wurde zur Nachbarschaftshilfe beim Brand des Adambauern in Saalfelden Niederhaus gerufen. Aufgrund von Wassermangel wurde der Brand mit Jauche bekämpft.
1970 & 75 - Erneutes Hochwasser im Dorf mit schweren Schäden.
1980 - Brand im Dachgeschoss des Hotel Schafhuber in Hinterthal.
1990 - Brand im Geschäftshaus Trixl & Gregor am Dorfplatz von Maria Alm. 40 Mann der Feuerwehren Maria Alm und Saalfelden konnten ein größeres Schadensausmaß verhindern.
1998 - Großbrand am Brandstatthof, der Stall und das Wohngebäude brannten komplett nieder. Gemeinsam mit den Nachbarfeuerwehren aus Saalfelden und Leogang wurde ein umfassender Löschangriff vorgenommen.
2002 - Ein Tankwagen mit 10.000l Öl kam im Ortsteil Hintermoos von der Straße ab. Der Tankaufbau blieb zum Glück unbeschädigt.
2016 - Bei Renovierungsarbeiten zerstört ein Großbrand das Hotel Niederreiter im Ortszentrum. 226 Feuerwehrleute von 11 Feuerwehren bekämpfen den Brand.
2018 - Beim Rohrmoosbauer im Krallerwinkl brennt das Stallgebäude zur Gänze nieder. Ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus kann großteils verhindert werden.
 

1942 - Großbrand Hotel Blattl Hintermoos
1990 - Brand Geschäftshaus Trixl & Gregor
1998 - Großbrand am Brandstatthof
2002 - Tankwagenbergung in Hintermoos
2016 - Großbrand Hotel Niederreiter
2018 - Großbrand Rohrmoosbauer